Nicolaus-August-Otto-Schule
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Der Wald im Blauen Ländchen im Klimawandel – Frau Merg zeigt Schülerinnen und Schülern der NAOS Nastätten die kommenden Herausforderungen

Am 9. Oktober 2020 unternahm der Erdkunde Stammkurs der Jahrgangsstufe 11 der Nicolaus-August-Otto Schule Nastätten gemeinsam mit Frau Merg, Revierförsterin der Verbandsgemeinde Nastätten, eine Waldexkursion.

Mit dem Bus fuhren wir nach Himmighofen, wo uns Frau Merg herzlich begrüßte. Zuerst liefen wir zu einer Grillhütte. Dort erklärte die Försterin uns grundlegende Aspekte über den Wald und erkundigte sich nach unserem Vorwissen, wie zum Beispiel nach dem Borkenkäfer, da wir dieses Thema bereits im Unterricht hatten. 

Schon seit Jahrtausenden lebt der Borkenkäfer bei uns in Deutschland, doch erst in den letzten Jahren wird er zu einem großen Gesprächsthema. Es gibt hunderte Artikel zu den Schäden, die der Borkenkäfer anrichtet und selbst bei uns in der Gegend kann man an vielen Orten von Borkenkäfern zerstörte Waldabschnitte sehen. Der Borkenkäfer nutzt Bäume, hauptsächlich Fichten, um sich dort in die Rinde und die äußerste Holzschicht einzunisten und ca. 40 Eier zu legen. Das passiert jedoch nur bei über 15°C Außentemperatur und ein Zyklus dauert etwa 8 Wochen. Durch den Klimawandel verlängert sich der Zeitraum mit Temperaturen über 15°C, weshalb Borkenkäfer in der Lage sind, sich einmal mehr fortzupflanzen als noch vor 20 Jahren. Durch diese nächste Generation vervielfacht sich die Anzahl der Borkenkäfer erneut, was für den großflächigen Befall großer Waldabschnitte und für das Absterben von Fichtenmonokulturen sorgt. 

Anschließend führte unsere Exkursion sowohl inhaltlich als auch räumlich tiefer in den Wald hinein. Unterwegs informierte Frau Merg uns darüber, wie die Setzlinge mit einem Fressschutz vor Wild geschützt werden. Uns wurde nochmal bewusst gemacht, dass der Regen sehr wichtig für den Wald ist, weil die Wurzeln und der Boden das Wasser speichern und es somit zu unserem Trinkwasser wird. Durch die starken Trockenperioden der letzten Jahre wurden die Folgen deutlich, wenn nicht genug Regen fällt. Der Regen löst die Nährstoffe im Boden, die Pflanzen nehmen sie auf und Tiere fressen die Pflanzen, so funktioniert der Lebenskreislauf.

Weiterhin erklärte uns die Revierförsterin, was die natürliche Verjüngung ist: Entweder breitet sich die Saat der Pflanzen durch den Wind aus oder die Samen schlagen direkt vom Baum auf den Boden auf, z. B. von Eichen, Rotbuchen oder Rosskastanien. Eichelhäher und andere Tiere verbreiten dann die Samen.

Frau Merg machte uns ebenfalls bewusst, was der Klimawandel für eine Auswirkung auf den Wald hat. Die Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürmen bedeutet eine große Gefahr für den Wald. Dadurch werden die Bäume geschwächt und Schädlingsbefall, z. B. durch den Borkenkäfer, kann die Folge sein.

In den 90er Jahren fanden einige schwere Unwetter mit starken Stürmen statt, so auch im Blauen Ländchen. In den Jahrzehnten davor setzte man häufig auf schnell wachsende Monokulturen, um kurzfristigen Gewinn zu erzielen. Aber Monokulturen begrenzen die natürliche Artenvielfalt, sind anfälliger für den Borkenkäfer und für Extremwetterereignisse. Bei den damaligen Stürmen wurden ganze Waldabschnitte zerstört. In der Folge gab es zwei Möglichkeiten, den Wald wieder aufzuforsten: Monokulturen oder Mischwälder. Leider gibt es immer noch Förster und Gemeinden, die weiterhin auf Monokulturen setzen. Eine andere Herangehensweise bietet der naturgemäße Ansatz. Hier werden artenreiche und vielfältige Mischwälder aufgeforstet mit fünf bis sechs unterschiedliche Baumarten, jedoch setzt man am liebsten auf die Selbstheilung des Waldes, der aus Samen den jungen Wald erstehen lässt. Die Flora und Fauna kann man im Vergleich zur Monokultur als üppig bezeichnen. 

Abschließend brachte uns Frau Merg näher, dass es besser für die Natur sei, wenn einzelne Bäume dem natürlichen Zerfall überlassen werden. Diese Bäume zersetzen sich dann in ihre einzelnen Bestandteile und dienen als Nährstoffe für den Boden sowie für die neu gepflanzten Setzlinge und bieten eine Nahrungsgrundlage für viele Tiere.

Für eine optimale Vegetation herrschen zurzeit keine guten Voraussetzungen, da es zu wenig Regen in den letzten Jahren gab. 

 

Aus der Waldexkursion haben wir einiges gelernt und wir hoffen, dass Sie mehr über den Wald nachdenken und ihn schützen und schätzen lernen, da wir ohne ihn nicht leben können. Wir danken Frau Merg für den schönen und informativen Tag.

Daniela Vogt, Vivian Scheid und Theresa Jacobi, MSS 11