Nicolaus-August-Otto-Schule
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9.000 Kilometer entfernt und doch so nah – Gemeinsam nach Ruanda

Die Nicolaus-August-Otto-Schule unterhält seit dem Jahr 2018 eine Schulpartnerschaft zur Primary and Secondary School of Mutara. Es handelt sich um eine Grund- und weiterfüh-rende Schule in Ruanda. Die Patenschaft wird seitens der IGS durch verschiedene große und kleine Projekte gepflegt und lebendig gestaltet.

Seit dem Beginn unserer Partnerschaft wird ein Briefwechsel zwischen den Schulen im Bereich des Englischunterrichts gepflegt. Erweitert wurde der Briefwechsel auf alle Schulklassen der IGS Nastätten durch das Projekt „Weihnachtswünsche für Ruanda. Schüler/innen aller Jahrgangsstufen sammeln in ihren Klassen unterschiedlich hohe Geldbeträge in der Vorweihnachtszeit ein und tauschen diese gegen eine durch die von den Kunstkursen der Oberstufe in mühevoller Arbeit angefertigten Weihnachtskarten ein, die nach Ruanda geschickt wurden.

 

Ergänzt wird „Weihnachtsgrüße für Ruanda“ durch das gemeinsame Projekt „Radeln für Ruanda“ der IGS Nastätten und der VG Nastätten, das 2018 und 2019 bereits zweimal durchgeführt wurde und für die Zeit nach Corona neu aufgelegt werden soll: Bei diesem Projekt radeln wir zusammen ca. 11km über Feld- und Wirtschaftswege und sammeln Spenden für Projekte in Ruanda und für unsere Partnerschule.

 

Gemeinsam nach Ruanda – Schwitzend durch das Blaue Ländchen

Aufgrund von Corona finden viele Sportaktivitäten virtuell statt. Auch wir waren auf der Suche nach einer Alternative für „Radeln für Ruanda“. Inspiriert durch das Johannes-Gymnasium in Lahnstein kamen die IGS und VG Nastätten auf die Idee, die ca. 9.000km zu unserer Partnerschule zu radeln oder zu laufen. Das bedeutet, dass wir uns virtuell und als Gemeinschaft aufmachen und Kilometer sammeln, um zusammen unsere Partnerschule zu besuchen. Der Startschuss für diese gemeinsame Aktion war der 01.02.2021 und das Aufzeichnen erfolgte über die App Strava. Derzeit befinden wir uns auf dem virtuellen Rückweg nach Deutschland.

 

Streckenverlauf – es geht hoch hinaus

Die gesamte Strecke zur Partnerschule ist 8.921km lang und 34.154 Höhenmeter werden bewältigt. Der Weg führt uns in Deutschland von Nastätten an Karlsruhe und Stuttgart vorbei Richtung Bodensee. Danach durchqueren wir Österreich, Liechtenstein und die Schweiz. In Italien besuchen wir Mailand und in Genua geht es mit der Fähre über das Mittelmeer nach Tunesien. Unterwegs umfahren wir die beiden Inseln Korsika und Sardinien. Auf dem afrikanischen Kontinent angekommen, durchqueren wir Algerien, Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad, Zentralafrikanische Republik und Demokratische Republik Kongo. Über die Grenzstadt Goma erfolgt die Einreise nach Ruanda und schon sind wir fast am Ziel.

 

Vielfältige Landschaften und geographische Höhepunkte

Unterwegs warteten vielfältige Landschaften und geographische Höhepunkte auf uns. Die Apen wurden genauso passiert wie die Sahara, der nördliche Wendekreis und der Äquator. In Afrika lernten wir die großen (Halb-)Wüsten und Savannentypen (Dorn-, Trocken- und Feuchtsavanne) kennen und im tropischen Regenwald war unsere Regenjacke ständiger Begleiter. Wöchentliche Beiträge auf unserer Homepage begleiteten die Sportler/innen und stellten Ruanda vor, erklärten das Klima und die landschaftliche Gliederung. Die Möglichkeit einer Web-Konferenz mit der Schulleitung unserer Partnerschule wurde ebenfalls genutzt.

 

Ganze Region steht zur Partnerschaft

Die Schulpartnerschaft der IGS Nastätten passt super zu den Aktivitäten der Verbandsgemeinde Nastätten.

Diese unterhält schon seit vielen Jahrzehnten eine Partnerschaft zu dem ostafrikanischen Land. Die Wurzeln liegen in der Zeit, als Karl-Peter Bruch Stadtbürgermeister und Erwin Damrau Bürgermeister der Verbandsgemeinde waren. Beide haben damals die Grundsteine für diese Zusammenarbeit gelegt. Immer wieder wurde mit kleineren und größeren Aktionen auf diese Partnerschaft aufmerksam gemacht und mit Spenden von Vereinen, Privatpersonen, Schulen, Gemeinden und vielen mehr ganz unterschiedliche Projekte in Ruanda unterstützt.

Nachdem es um die Partnerschaft etwas ruhiger wurde, hat der heutige VG-Bürgermeister Jens Güllering das Jahr 2018 zum Ruanda-Jahr erklärt und damit wieder Schwung in die Partnerschaftsarbeit gebracht, der bis heute anhält.

Neben den gemeinsamen Aktionen mit der IGS Nastätten konnten weitere tolle und hilfreiche Projekte durchgeführt werden. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich auch die Mühlbachschule in Miehlen seit vielen Jahren in der Partnerschaftsarbeit engagiert und auch das Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen die Arbeit der Verbandsgemeinde mit einem nennenswerten Beitrag aus der „Aktion Tagwerk“ unterstützt hat.

 

Ein wesentlicher Bestandteil aller Aktionen ist immer auch die Öffentlichkeitsarbeit. Wie immer im Leben ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Menschen verstehen wollen und müssen, worum es geht, warum sich die Region für Ruanda engagiert und was mit den Spenden passiert. Teil dieser Öffentlichkeitsarbeit war zum Beispiel die Ruanda-Ausstellung in den Räumen der Verbandsgemeindeverwaltung in Nastätten im Jahr 2018. Beeindruckende Bilder von Menschen, Landschaften und Lebensweisen geben für viele sonst verborgene Einblicke und lassen das ferne Land ganz nah erscheinen. Ein Höhepunkt der jüngeren Aktivitäten war das Benefiz-Konzert des Landespolizeiorchesters im Mai 2019. Festliche Stimmung und viele gut gelaunte Menschen in einem ausverkauften Saal genossen Musik auf hohem Niveau und leisteten einen großartigen Beitrag zur Unterstützung des damals laufenden Projektes in der Schule „Groupe Scolaire“ in Ngarama, ca. eine Stunde von Kigali entfernt.

Dort konnte die Verbandsgemeinde Ende 2019 mit einem allein aus Spenden stammenden Betrag von rund 7.500 € zur Realisierung neuer Sanitäranlagen, weiterer Klassenräumen und besseren hygienischen Bedingungen beitragen.

Leider steht die Partnerschaftsarbeit aktuell auch unter dem Einfluss der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen. Umso schöner ist es, dass VG und IGS gemeinsam zum virtuellen Lauf nach Ruanda aufgerufen haben. Auch hierbei wird deutlich, dass die Ruanda-Partnerschaft ein Herzens-Projekt der ganzen Region ist, was von den Schulen und der Bevölkerung getragen wird.

 

„Wer einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt“.

Ein Zitat von Herrn Bomhard, der ev. Gemeindepfarrer, fasst die Partnerschaft zwischen Nastätten und unserer Partnerschule schön zusammen: „Wer einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt“. Es stellt die Nächstenliebe in den Vordergrund und macht allen Aktiven deutlich, dass jeder Mensch mit kleinen Taten die Welt verbessern kann und jeder Aktive stolz darauf sein kann, durch diese Aktionen die Welt ein Stück verbessert zu haben.

 

Mit vereinten Kräften und sehr guter Vorbereitung durch viele helfende Hände konnten diese vielfältigen und großartigen Aktionen auf die Beine gestellt werden, die nicht nur Zusammenhalt, sondern vor allem auch Nächstenliebe ausdrücken. Deshalb gilt ein besonderer Dank allen aktiven Teilnehmern, Helfern und Spendern, durch die unsere Partnerschule in Ruanda unterstützt werden kann.

Ole Dietrich und Fabian Hillingshäuser-Marx