Nicolaus-August-Otto-Schule
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Großes Theater an der Nicolaus-August-Otto Schule in Nastätten

Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause war es der Nicolaus-August-Otto-Schule in Nastätten auf Initiative und unter Federführung von Elisa Sacco-Haupt endlich wieder möglich, das White Horse Theatre zu engagieren. Am 30. November und 01. Dezember wurde der Schülerschaft im Bürgerhaus in Nastätten so eine authentische und lebensnahe Begegnung mit der englischen Sprache geboten. Drei verschiedene Stücke, die jeweils an die Interessen und Englischkenntnisse der unterschiedlichen Jahrgangsstufen angepasst waren, führten die Akteure den Schüler*innen der NAOS im Bürgerhaus vor und stellten sich im Anschluss den Fragen der Zuschauer*innen in englischer Sprache. Während der Vorführung bearbeiteten die Schüler*innen ein für jede Jahrgangsstufe angepasstes Quiz, das in der nachfolgenden Englischstunde besprochen und ausgewertet wurde, um so einen gemeinsamen Sprechanlass über das Gesehene zu schaffen. Aus allen korrekt bearbeiteten Fragebögen jeder Jahrgangsstufe wird Mitte Dezember ein Gewinner ausgelost werden, der einen englischen Buchpreis erhält.

Das Stück „My Cousin Charles“ für die Orientierungsstufe sorgte für gute Stimmung unter den Fünf- und Sechstklässlern: Durch den Besuch des unliebsamen Cousins Charles wird das Leben von Dotties Familie auf den Kopf gestellt. Das Mädchen bereitet bereits im Vorfeld Streiche für ihren Cousin vor, der wiederum die Scheibe des unfreundlichen Nachbarn zerschießt. Bei dem Versuch der beiden Kinder, den Schaden zu beseitigen, landet Farbe auf einem Teppich und eine große Standuhr fällt um. Dennoch kommt es zu einem glücklichen Ende, bei dem die Schauspieler ausgelassen auf der Bühne tanzen. Die sich an die Vorstellung anschließende Fragerunde nutzen die Jungen und Mädchen ausgiebig und hatten dabei keine Scheu, ihre Englischkenntnisse in der Kommunikation mit Muttersprachlern auf den Prüfstand zu stellen.

Den Klassenstufen 7 bis 10 wurde mit einer Adaption von Shakespeare’s „Pericles“ namens „The Tyrant’s Kiss“ ein Stück über Flucht, Vertreibung und Vorurteile geboten: Perry ertrinkt bei seiner Flucht nach Europa fast bei einem Schiffsunglück und verliebt sich nach seiner Rettung in Thaisa. Bald nach ihrer Hochzeit müssen die beiden erneut flüchten. Währenddessen bringt Thaisa die gemeinsame Tochter zur Welt und stirbt dabei scheinbar. Perry wird unschuldig verhaftet und trifft seine für tot gehaltene Tochter erst nach 15 Jahren zufällig wieder. Aufgrund glücklicher Umstände begegnen die beiden der für tot gehaltenen Thaisa und die Familie ist am Ende wieder glücklich vereint. Eindrucksvoll brachten die Schauspieler*innen diese ernste Thematik auf die Bühne. Durch eine deutliche Mimik und Gestik sowie eine klare Sprache ermöglichten sie auch den jüngeren Schülern, der Handlung zu folgen. Im Anschluss beantworteten sie auf freundliche und sympathische Art und Weise die zahlreichen Fragen aus dem Publikum, die die Schüler*innen ihnen souverän in englischer Sprache stellten. Gelungen brachte Emma aus der 7a ihren Eindruck auf den Punkt: „Diese Geschichte zeigt, dass man die Hoffnung niemals aufgeben sollte. Wie steinig und beschwerlich unsere Reise, z.B. die Schulzeit oder das Erwachsenwerden, auch sein mag, wir sollten nicht so einfach aufgeben.“

In Shakespeares Komödie „The Merchant of Venice“ für die Oberstufe brachten die vier Schauspieler*innen die Themen Antisemitismus, Liebe und zweifelhafte Geschäfte anschaulich und eindrucksvoll auf die Bühne. Die Darstellung glänzte von hoher Qualität, denn die unterschiedlichen Charaktere wurden von den vier Akteuren sehr differenziert verkörpert, indem sie zum Beispiel mit verschiedenen Sprachakzenten, Emotionen oder auch Kostümen arbeiteten. Darüber hinaus sorgte ein interaktives Bühnenbild, bei dem eine Wand beispielsweise auf Rollen gedreht und zu einem Regal in einem anderen Zimmer wurde, für einen authentischen Rahmen. Die Kostüme wurden hinter einem auf der Bühne errichtetem Vorhang, der in das Bühnenbild integriert war, in manchmal wenigen Sekunden gewechselt. Die Leistungen und die Qualität der Akteure waren unübertrefflich, denn wie man im Nachhinein erfuhr, konnte man die jahrelange Freundschaft zwischen den vier Männern und Frauen auch deutlich auf der Bühne spüren, denn vor Küssen, nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frau und Frau, Auseinandersetzungen, lautem Herumschreien und großen Emotionen schreckten sie nicht zurück. Eine klare und deutliche Aussprache erleichterte zudem das Verständnis. Die Schüler*innen nutzten ihre Englischkenntnisse, um den Schauspieler*innen Fragen zu stellen, die von diesen sehr gewissenhaft beantwortet wurden. Egal ob Privates, Lustiges oder Informationen über das Theaterstück erfragt wurden, auf alles gingen die Darsteller*innen ein und das mit einem sehr sympathischen Humor, der den Zuschauer*innen die Scheu vor der Fremdsprache nehmen konnte.

Nach solch einer großartigen Darbietung ist die Schülerschaft äußerst froh, so ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk von der Schule und dem Theater bekommen zu haben und wir freuen darauf, dies hoffentlich auch in den nächsten Jahren wieder erleben zu dürfen.

Eylin Jendreck, MSS 13 mit Unterstützung von Emma Heuke, 7a