Aufstockung

Nastätten. Für viele Menschen im Hinterland des Rhein-Lahn-Kreises ist ein schon lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: Die ersten Abiturienten verließen kürzlich die Nicolaus-August-Otto Integrierte Gesamtschule (IGS) in der Blaufärberstadt. Dass dieser Fortschritt auch finanzielle Aufwendungen erfordert, zeigte ein Ortstermin, zu dem Landrat Frank Puchtler die heimischen Medien eingeladen hatte.

Als Schulleiter konnte Direktor Ulrich Landes mit dem Landrat auch seinen Mitarbeiter Dieter Petri vom Gebäudemanagement der Kreisverwaltung und den planenden Architekten Thomas Groß bei einem Begrüßungskaffee willkommen heißen. “Wir begleiten die IGS“, versicherte Landrat Puchtler und freute sich über die ersten Abiturienten in diesem Jahr. Wie Dieter Petri erläuterte, wurde 2009 im Zuge des Schulentwicklungsplans in Nastätten eine vierzügige IGS eingerichtet, die zum Schuljahr 2015/2016 eine gymnasiale Oberstufe startete. Damit entsprach man dem Wunsch, nach den Gymnasien an Rhein und Lahn auch im Hinterland eine gleichwertige Bildungseinrichtung zu schaffen.

Der Kreis unterstützte die IGS baulich in drei Stufen. Zuerst schuf man acht naturwissenschaftliche Räume, dann entstand durch Umbau eine Mensa für das Ganztagsangebot der Schule, die zwischenzeitlich durch den Einbau eines Aufzugs auch barrierefrei gestaltet wurde. Nun verwirkliche man die Fortführung des Raumprogramms zur Unterbringung der Oberstufe, die damit zusätzlich sechs neue Räume erhalte. Geplant sind eine Aufstockung im 2. Obergeschoss, der Umbau für zusätzliche Fachräume im Erdgeschoss, eine energetische Sanierung durch Dacherneuerung und ein Umbau für zusätzliche Lehrerstation und Elternsprechzimmer im 1. Obergeschoss.

Wie Dipl.-Ing. Thomas Groß als Planer hinzufügte, soll die Submission für den auf 1,3 Millionen Euro geschätzten Bauabschnitt im Juli erfolgen. Gleich nach der Auftragsvergabe durch den Kreistag kann das Bauvorhaben starten, wobei die vorgesehene Holzrahmenbauweise eine verkürzte Bauzeit erhoffen lasse. Somit könnten die neuen Räume der Schule bereits zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 zu Verfügung stehen. Die Baumaßnahme führe auch zu mehr Brandsicherheit.

Direktor Landes zeigte sich erfreut über diese Aussichten und unterstrich die Notwendigkeit gerade für die gut angenommene gymnasiale Oberstufe weitere Räume zu schaffen. Im Interview mit einem tv-Sender betonte Landrat Puchtler: „Wir sind in einem dynamischen Prozess.“ Das Bauvorhaben diene vordringlich dem Ziel, den neuen Gymnasialstandort Nastätten stabilisieren zu helfen. Allerdings stoße die Kreisverwaltung wie alle Bauherren „logistisch an Grenzen“: Die Baufirmen klagen zunehmend über Fachkräftemangel und damit über Einschränkung ihrer Kapazitäten.

Winfried Ott

BUZ: Der Planer erläutert „vor Ort“ das Bauvorhaben      Fotos: Winfried Ott